08.04.08
Stichtagsregelung für Stammzellen muss Bestand haben
Stammzellenforschung verlässlich regeln / Glaubwürdigkeit unserer Werte auf dem Spiel
"Der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CSU ist für eine Beibehaltung der bisherigen Stichtagsregelung für die Forschung mit Stammzellen", erklärte Ingo Friedrich, EAK-Landesvorsitzender, im Vorfeld der Diskussion im Deutschen Bundestag über eine mögliche Änderung der Stichtagsregelung für die Stammzellenforschung. Die im Jahre 2002 getroffene Regelung sieht vor, die Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen auf Zellen zu begrenzen, die vor dem 1. Januar 2002 im Ausland gewonnen wurden. Forscher beklagen sich nun über die nach ihrer Meinung veralteten Stammzelllinien, welche ihre Forschungsergebnisse beeinträchtigten. Aus diesem Grund fordert die Wissenschaft eine neuerliche Verschiebung des bisherigen Stichtags für die Verwendung embryonaler Stammzellen.
Der Evangelische Arbeitskreis der CSU spricht sich gegen eine derartige Verschiebung der Stichtagsregelung aus und schließt sich damit der Argumentation des bayerischen Landtagspräsidenten Alois Glück an. "Eine Änderung des Stichtages ist keine unbedeutende Detailfrage, sondern es geht um unser grundsätzliches Verständnis vom Vorrang des Lebensschutzes", so Ingo Friedrich. Die Stichtagsregelung stelle mit ihren strikten Einschränkungen und Auflagen eine einmalige Ausnahmeregelung dar. Eine Verschiebung des Stichtages würde diesen besonderen Ausnahmecharakter aufweichen, denn nach einer ersten Änderung könnten bald Forderungen nach einer neuerlichen Anpassung laut werden. Einer fortlaufenden Anpassung des Stichtages wäre somit der Weg bereitet. "Der generelle Lebensschutz kann nicht zum Wohle der Forschung relativiert werden. Eine Änderung der Stichtagsregelung würde die Glaubwürdigkeit unserer Grundüberzeugungen gefährden", so der stellvertretende CSU-Parteivorsitzende Ingo Friedrich. Nach dem heutigen Stand der Forschung könne man inzwischen mit adulten Stammzellen weit umfangreichere Forschung betreiben als früher angenommen. Diese Ergebnisse weiter auszubauen sei das Gebot der Stunde.