07.06.07
"Mit christlichen Werten ist eine menschenwürdige Globalisierung möglich!"
Ingo Friedrich bei Podiumsdiskussion auf dem Evangelischen Kirchentag / Verantwortung Europas als Vorbild in der Welt enorm
"Es ist möglich, die Globalisierung auf der Grundlage christlicher Werte menschenwürdig zu gestalten. Diese Verantwortung muss Europa übernehmen!", mahnte der langjährige Europaabgeordnete und Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CSU, Ingo Friedrich, anlässlich des diesjährigen Evangelischen Kirchentages in Köln. Am heutigen Donnerstag diskutiert Ingo Friedrich dort mit der Landesbischöfin von Hannover, Frau Dr. Margot Käßmann, über das Thema "Der europäische Traum – Visionen für Europa".
Das Motto des diesjährigen Evangelischen Kirchentages, "Lebendig und kräftig und schärfer", versteht Ingo Friedrich als klaren Auftrag an die christlichen Kirchen, sich aktiver in die Gestaltung unserer Gesellschaft einzubringen und klar die Einhaltung ihrer Werte einzufordern. Gerade die christlichen Werte wie Nächstenliebe und Verantwortung für Umwelt und nachfolgende Generationen ermöglichten die menschenwürdige Gestaltung der Globalisierung. "Wir müssen der Globalisierung mit der unmissverständlichen Einforderung unserer Werte begegnen. Nur so kann sie menschenwürdig gestaltet werden und den Menschen weltweit Fortschritt bringen!", zeigte sich der CSU-Parteivize überzeugt. Dabei komme Europa eine Schlüsselrolle zu, könne es doch als Hort der Menschenrechte und als sozialer Leuchtturm mit seinem europäischen Lebensmodell Vorbildfunktion haben und seine Werte durch sein weltweites Gewicht mit Nachdruck einfordern.
Kritikern des G8-Gipfels in Heiligendamm warf Ingo Friedrich vor, die Möglichkeiten, die ein globaler Ansatz zur Lösung weltweiter Probleme wie Klimaschutz, Armut in Afrika und HIV sowie die Stabilisierung gefährlicher Krisenregionen bietet, nicht wahrzunehmen. "Eine generelle Abwehrhaltung gegenüber der Koordinierung im Rahmen der G8 ist kontraproduktiv, ja destruktiv und schadet den Menschen", erklärte Ingo Friedrich. Allerdings wäre die Erweiterung der G8-Staatenrunde zumindest um China und Indien sinnvoll, denn wenn man von diesen neuen schnell wachsenden Wirtschaftsriesen verlange, dass sie sich an gemeinsame Spielregeln in Sachen fairer Handel und Klimaschutz halten sollen, müsse man sie auch in die Verhandlungen einbinden. Die Gegner des G8-Treffens würden aber nicht erkennen, dass solche Treffen den Beginn einer globalen Diskussion über globale Themen darstellen.