25.08.06
Ingo Friedrich für strengere Kontrollen bei Geflügelfleischimporten aus Brasilien
Ingo Friedrich stellt Anfrage an Kommission / Kontrollsituation in Brasilien unzureichend / belastetes Geflügelfleisch erhöht Krebsrisiko / mehr Schutz für europäischen Verbraucher notwendig
"Da sich die Kontrollsituation in Brasilien offensichtlich nicht verbessert hat, ver- lange ich Auskunft darüber, inwieweit der Europäischen Kommission diese Situation bekannt ist und welche Schritte zum Schutz des europäischen Ver- brauchers unternommen werden", sagte der Vizepräsident des Europäischen Parlaments Dr. Ingo Friedrich, MdEP. Deshalb habe er eine offizielle Anfrage an den zuständigen Kommissar, Herrn Kyprianou, gestellt.
In importiertem Geflügelfleisch aus Brasilien wurden in den letzten Jahren die Antibiotika Nitrofuran und Chloramphenicol gefunden. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung in Deutschland können diese Stoffe das Krebsrisiko beim Men- schen erhöhen. Aus diesem Grund sei deren Verwendung für die Tiermast in der Europäischen Union seit 1994 verboten.
Die Qualitätskontrollen für Hähnchenfleisch in Brasilien dagegen seien nach Meinung von Fachleuten undurchsichtig, ein durchgängiges staatliches Prüfungs- und Kontrollsystem scheine nicht zu bestehen. "Man geht davon aus, dass 95% der brasilianischen Hähnchenmäster Antibiotika einsetzen, damit die Tiere schnel- ler wachsen", erklärte der CSU-Vize Ingo Friedrich. Bereits in der Vergangenheit seien diese verbotenen Stoffe in importiertem Geflügelfleisch so häufig aufge- treten, dass auf Anordnung der Europäischen Union für eine gewisse Zeit alle Geflügelfleischimporte aus Brasilien untersucht worden waren.
Ende 2004 hob die EU-Kommission die Pflicht zur Untersuchung jedoch wieder auf, wobei gleichzeitig der Import von Geflügelfleisch aus Brasilien kontinuierlich stieg. Der Europaabgeordnete verwies darauf, dass nach wie vor große Bedenken gegenüber der mangelnden Qualität brasilianischen Geflügelfleisches bestünden und aus diesem Grund ein dringender Handlungsbedarf existiere. "Ich erwarte, dass die Kommission schnell antwortet und vor allem schnell handelt."