28.11.06
"Gemeinsames Wort der Kirchen ist Ermutigung und Auftrag"
Eigenverantwortung des Menschen und Streben nach sozialer Gerechtigkeit kein Widerspruch / Schaffung weltweiter Mindeststandards mildert Härten der Globalisierung
"Wir brauchen eine Leistungskultur ohne Ellbogenmentalität und müssen die Eigenverantwortung des Menschen stärker betonen. Dazu gehört aber auch das Streben nach sozialem Ausgleich und Gerechtigkeit." Mit diesem Anspruch und Schwerpunkt setzt das gemeinsame Wort der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Zukunft unseres demokratischen Gemeinwesens unter dem Titel "Demokratie braucht Tugenden" die richtigen Zeichen, erklärte Ingo Friedrich, Landesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CSU.
"Das gemeinsame Wort der Kirchen muss auch über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus wirken. Notwendig in Zeiten der Globalisierung ist die Schaffung weltweiter Mindeststandards in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Soziales." Nur so könnten die Härten der Globalisierung gemildert werden. Die Schaffung globaler Mindeststandards ist für den CSU-Politiker auch ein zentraler Aspekt für die Glaubwürdigkeit in die Politik.
Ingo Friedrich, der auch dem Präsidium des Europäischen Parlaments angehört, ist überzeugt: "Nur noch diejenigen Parteien werden künftig die Zustimmung der Bürger finden, die ökonomische Kompetenz, ein tragfähiges Sozialstaatskonzept, eine europäische Grundhaltung und gleichzeitig einen überzeugenden Patriotismus stimmig miteinander verbinden. Das ist eine Herausforderung, die wir auch im gegenwärtigen Diskussionsprozess um ein neues CSU-Grundsatz- programm annehmen."
Der EAK-Landesvorsitzende weiter: "Ich kann Bundeskanzlerin Merkel nur zu- stimmen, wenn sie angesichts des Gottesbezuges in ihrem Amtseid davor warnt, dass der Mensch nicht allmächtig ist und es nicht allein in seiner Hand liegt, was er schaffen kann oder nicht. Politik lebt davon, dass die Entscheidungsträger im Rahmen ihrer Möglichkeiten verantwortungsbewusst handeln - das war und ist auch Maxime der engagierten evangelischen Christen in der CSU. Unsere Demokratie braucht Tugenden. Dazu wollen wir einen Beitrag leisten. Das gemeinsame Wort der Kirchen ist für uns Ermutigung und Auftrag".