12.06.07
"Freiheit ist nicht verhandelbar!"
EAK der CSU lehnt Höppner-Appell als „fatalen Irrweg“ ab
Zum Appell von Kirchentagspräsident Reinhard Höppner, auch mit den afghanischen Taliban zu verhandeln, erklärte der Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeits- kreises (EAK) der CSU, Ingo Friedrich, stellvertretender CSU-Vorsitzender und Präsidiumsmitglied des Europäischen Parlaments:
„'Liebet eure Feinde!' – dieses Jesus-Wort aus der Bergpredigt mag zum Abschluss des Evangelischen Kirchentags in Köln für die abwegige Forderung von Kirchentags- präsident Reinhard Höppner Pate gestanden haben, auch mit afghanischen Taliban-Extremisten in Verhandlungen einzutreten. Höppners Appell ist aber ein fataler Irrweg. Über was sollte denn mit den Taliban geredet, ja ein Kompromiss erzielt werden? Vielleicht über ein bisschen weniger Terror, Folter, Mord, öffentliche Hinrichtungen? Scharia und Menschenrechte – das geht nicht zusammen. Demokratie und Freiheit sind nicht verhandelbar!“, so der CSU-Vize Ingo Friedrich.
Es ist gewiss nicht im Sinne Jesu, wenn christliches Handeln dazu missbraucht wird, Feindbilder zu produzieren und Konflikte zusätzlich religiös aufzuladen. Sich aber als Kirchentagspräsident eine naiv-rosarote Brille aufzusetzen, die den Blick auf die raue Wirklichkeit trübt, ist gefährlich! Durch Nicht-Wahrhaben wollen verschwindet das Problem ja nicht. Laut Jeremia sind es die falschen Propheten, die „Friede, Friede“ rufen, wo gar kein Friede ist. Es kann nichts Gutes entstehen, wo Harmoniesucht an die Stelle von Wahrheit und Klarheit tritt. Und es geht auf Kosten der Unterlegenen und unschuldigen Opfer, wenn Frieden beschworen wird, statt ihn zu schaffen.
Höppner übersieht, dass Toleranz nicht heißen kann, die Dinge laufen zu lassen. Wenn mein Nächster bedroht ist, besteht meine Aufgabe darin, dem Unrecht zu wehren und der Gewalt Einhalt zu gebieten! Denn wer Hass predigt, antisemitische Hetze betreibt, zu Gewalt aufruft und grausamsten islamistischen Terror gegen tausende Männer, Frauen und Kinder ausübt, so wie die Taliban, dem muss entgegen getreten werden. Wir müssen als Christen in der Lage sein, Böses zu erkennen und zu benennen, sonst wird aus Feindesliebe am Ende Kumpanei. Denn in der Bibel steht auch: „Ein jegliches hat seine Zeit, [...] Lieben hat seine Zeit, Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit“. Die Zeit für Verhandlungen mit den Taliban mag kommen, doch das Ende des Terrors ist dazu von fundamentaler Bedeutung.