16.04.07
EAK-Landesvorsitzender Ingo Friedrich gratuliert Papst Benedikt XVI. in einem Festschriftsbeitrag zum 80. Geburtstag
Aufruf zur Ökumene und Würdigung des Engagements um Frieden in der Welt
In einem Beitrag der Festschrift der "Gesellschaft zur Förderung öffentlicher Verantwortung e.V." gratuliert der Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) Ingo Friedrich dem Heiligen Vater zu seinem 80. Geburtstag und setzt sich mit der Frage nach der "Renaissance des Glaubens" auseinander. Die Festschrift wird dem Papst am 25. April 2007 in Rom persönlich übergeben.
Ingo Friedrich würdigt darin das Engagement des Heiligen Vaters für Versöhnung und Frieden und den Glauben als Motivation der europäischen Einigung. Gerade in Zeiten der Globalisierung suche der Mensch nach Halt und Orientierung; Arbeitsplatzverlagerung und ein sich im harten Wettbewerb mit den aufstrebenden Mächten China und Indien wandelndes soziales Klima verunsicherten die Menschen. Der stellvertretende CSU-Parteivorsitzende macht in seinem Beitrag deutlich, dass das C im Parteinamen der CSU Anspruch sei, einen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und Toleranz in den europäischen Gesellschaften zu leisten. Diese Grundüberzeugung habe er auch in seine Arbeit im Grundrechtekonvent der EU einbringen können.
Im Kern gehe es bei den "Veränderungen durch Globalisierung, internationalen Terrorismus und Klimaerwärmung um die Frage, wie wir dauerhaft ein friedliches Zusammenleben auf unserer Erde sichern können, wie wir allen Menschen ein menschenwürdiges Leben in Frieden und Freiheit ermöglichen und die Menschenrechte in einer klein werdenden Welt offensiv vertreten können."
Als Vorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CSU appellierte Ingo Friedrich an den Papst, sich intensiv um die Ökumene zu kümmern. Wörtlich heißt es: "Ich hoffe sehr, dass Sie als "Papst aus dem Land der Reformation" ein Zeichen setzen und zu einer Verbesserung der Verhältnisse zwischen den christlichen Kirchen beitragen. Eine erste Geste wäre es, wenn Katholiken und Protestanten unter bestimmten Bedingungen gemeinsam der Einladung Christi folgen und das Abendmahl gemeinsam einnehmen könnten. Eine Überwindung dieser Trennung wäre für viele Christen gerade in konfessionell unterschiedlichen Ehen eine wunderbare Botschaft."
Eine enge Zusammenarbeit der christlichen Kirchen sei notwendig, um den Glauben zu stärken und die christlich-abendländischen Werte in einer unsicher werdenden Welt zu verteidigen. "Auch die so drängende geistige Auseinandersetzung mit dem Islam können wir nur gemeinsam bestehen", so das Präsidiumsmitglied des Europäischen Parlaments.
In Anspielung auf die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Europäischen Parlament schreibt der Europapolitiker: "Die Werte von Toleranz und gegenseitigem Respekt sind in vielen Politikfeldern der gegenwärtigen Zeit gefragt: sie sind für die Frage, wie wir dem gewaltigen Flüchtlingsstrom von Afrika begegnen, genauso wichtig wie für die Probleme des Klimawandels. Unsere Überzeugung von der Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen verpflichtet uns dazu, auf Nachhaltigkeit in allen Bereichen zu achten." Die anspruchsvolle Tugend Toleranz brauche Herz und Vernunft, sie verlange uns etwas ab und sei keineswegs mit Beliebigkeit und Standpunktlosigkeit zu verwechseln. "Wir Christen sind in der Pflicht, uns zu unseren Grundwerten zu bekennen und diese auch Menschen außerhalb Europas zu vermitteln."