01.02.08
Die Europäische Union – Die adäquate Antwort auf die Globalisierung
Eurobarometer-Umfrage belegt Zustimmung der Deutschen zu Europa / Institutionen müssen aber Vertrauen gewinnen
"Die Deutschen wissen, dass wir europäisch zusammen arbeiten müssen. Der hohe Grad der Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft Deutschlands zeugt davon. In Schlüsselbereichen wie Umweltschutz, Energiefragen und Terrorbekämpfung fordern die Menschen mit teilweise über 90% ein stärkeres europäisches Handeln", erklärte Ingo Friedrich anlässlich der Vorstellung der jüngsten Eurobarometer-Umfrage, für die im Zeitraum September bis November 2007 1.500 Bundesbürger befragt wurden.
Europa erfahre mit dem Reformvertrag die notwendigen institutionellen Neuerungen, um dieser Haltung der Bürger zu entsprechen. "Nun sind die Institutionen in der Pflicht, diesen Erwartungen der Bürger gerecht zu werden und wieder mehr Vertrauen zu erlangen. Durch konkrete, effiziente Politik müssen sie überzeugen, dass die Europäische Union die beste Möglichkeit ist, die Globalisierung menschenwürdig zu gestalten", beschrieb das Präsidiumsmitglied des Europäischen Parlaments die Konsequenzen aus dem festgestellten niedrigen Vertrauen der Bundesbürger in die EU-Institutionen. Die gestiegene Inflationsrate und hohe Preise für Lebensmittel und Energie beschäftigten die Menschen. "Die Bürger trauen der EU die Lösung solcher Probleme zu. Die EU muss allerdings hier konkrete Antworten geben", forderte der stellvertretende CSU-Parteivorsitzende. Gerade in der internationalen Finanzverflechtung könnten europäische Standards zu mehr Stabilität und weniger Risiko führen. Wirtschaftsvertreter seien jedoch ebenso in der Pflicht, ihre Rolle in den europäischen Volkswirtschaften in verantwortungsvoller Art und Weise auszuüben.
Die Erkenntnis, dass die Zahl der Bürger, die glauben, das EU-System zu durchblicken, von 50 auf 47 Prozent gesunken ist, zeige, dass noch viel mehr Aufklärung über die institutionellen Neuerungen des Vertrags von Lissabon nötig ist. "Nur wenn die Bürger die Grundlagen des Systems verstehen, dann werden sie auch aktiv daran teilnehmen. Insbesondere die gestärkte Rolle des Europäischen Parlaments als gleichberechtigter Mitgesetzgeber neben dem Rat und seine gewachsene Kontrollfunktion muss dem Bürger bekannt gemacht werden", erklärte der langjährige Europaabgeordnete.