Mit der im Jahr 2000 im Europäischen Parlament proklamierten Grundrechte-Charta lag neben der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erstmals ein international bedeutender Text vor, der die Unteilbarkeit und die Bedingtheit der Menschenrechte für alle EU-Bürger zum Ausdruck bringt. Die 54 Artikel tragen eine erkennbar christdemokratische Handschrift. Es ist der Initiative von Ingo Friedrich, dem Stimmführer der Christdemokraten im eigens berufenen Grundrechte-Konvent zu verdanken, dass die Verankerung des „geistig-religiösen“ Erbes gegen den erbitterten Widerstand unter anderem der französischen Laizisten durchgesetzt werden konnte.